Der Brautsuppenstreit Anno 1666: Informationen

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Der Text aus dem 17. Jahrhundert ist in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel
zu finden (Signatur YK 6 Helmstedt 4*, Sammelband mit mehreren Stücken, 12. Stück).
Albert Rümenapf (sen.) hat das Original übertragen.

Hochdeutsche Version
Niederdeutsche Version
Erste Textseite des Originals

Wahrscheinlich ist mit "Groten Soolsken" die Ortschaft Groß Solschen, ein Ortsteil von Ilsede im Landkreis Peine, gemeint. Die Steuerlisten von 1664 weisen weder den Namen Schlabberbart noch Rümenapp auf, wohl aber einen Pastor mit einem Sohn und zwei Töchtern (leider ohne die Vornamen). Die Jahreszahl ist auf der vorliegenden Kopie leider schlecht zu entziffern, es könnte sich sowohl um 1666 als auch um 1606 handeln. Es erscheint jedoch wahrscheinlicher, das der Text nach dem dreissigjährigen Krieg verfasst wurde.

Bei den Akteuren handelt es sich sicher um fiktive Personen, denen "sprechende" Namen gegeben wurden um ihre characteristischen Eigenschaften hervorzuheben. So war es in barocken Fastnachts- oder Rüpelspielen üblich. Der Name "Schlabberbart" spricht wohl für sich, die dritte Interpretation des Namens Rümenapf fügt sich gut ins Bild.


Über die "Brautsuppe"

Die Brautsuppe hatte symbolische Bedeutung. Man kochte mit einer Fleischbrühe zusammen kleine Teile des hölzernen Küchengeschirrs und der Krippen des Viehs. Je besser diese Suppe schmeckte, um so besser sollte die Wirtschaft des jungen Paares gedeihen.

Die Brautsuppe in Schandelah, die der Pastor erhielt, mußte (nach der handschriftlichen Dorfbeschreibung von 1754) aus folgenden Zutaten bestehen: "1 Schüssel voll Rindfleisch, 1 Schüssel voll Schweinefleisch, 1/2 Schweinskopf, 1 Brot oder Semmel, 1 Kuchen und 1 Flasche Bier, was zu 18 Gutegroschen angeschlagen wird.".

Beim Hochzeitsmahl war die Ehrentafel die, an der Braut und Bräutigam saßen. An dieser wurden auch die "Brauttafelgelder" geopfert. Gewöhnlich machten am letzten Tag der Hochzeitsfeier die Platzmeister den Anfang mit dem "Opfern", es folgten Bräutigamsführer und Brautjungfern. Die Geldgaben wurden gezählt und vom Platzmeister ausgerufen: N. N. hat Brut und Bröddigam sauveel vereert as drei daaler. Gut gegewen, wol gegewen. Sall ok mal drinken un de muskanten sollt einnen upspeelen! Dann tranken die Brautleute dem Spender zu.


Ich bedanke mich bei:

    Otto Heinz Böker, Ortsheimatpfleger von Groß Solschen
    Albert Rümenapf (sen.)

 
Literatur:
 
 
Richard Andree Braunschweiger Volkskunde Verlag Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1901                 
 
 

 
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Letzte Änderung: Dienstag, den 09. Jan 2007   Hinnerk Rümenapf made in Hast und Eile

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